... dann ob ich nicht ihren Startplatz haben wollte. Halb ernst sagte ich zu, aber nur wenn sie mich die letzten Runden ein bisschen begleitet. Dann bekam ich's doch mit der Angst zu tun, aber Susanne bearbeitete mich schelmisch bis ich den 6 Stundenlauf konkret klarmachte. Welch eine Teufelin hat mich da geritten?
Nun gesagt getan, wir machten ein kleines Geheimnis draus und doch waren am Tag X mehr Fründe da, als mir lieb war. Sonntag frühmorgens stand ich um 6 Uhr auf und frühstückte noch nen Müsli und den Starter (Ultra). Meine Sachen/Klamotten also zwei Sporttaschen voll, Championchip, meine Selbstverpflegung, MP3-Player, Navi usw. wurden in die rote Lola verstaut.
Es hatte die Nacht geregnet und es sah trübe aus. Wind empfing mich draußen. Nun, so ist er der 6 Stundenlauf in Troisdorf, trostlos, dachte ich.
Auch hier änderte ich vor Ort meine Meinung um 180 Grad. Die Schule, 500 m vom Start Aggarstadion, fand mein Navi sogleich. In der Turnhalle war alles lieb und eifrig am Arbeiten. Hi, ich war der Erste und begrüßte Ulli die Veranstalter Seele. Die Ummeldung war schon so um 8:00 Uhr erledigt und so hatte ich viel Zeit.
Ein Kaffee für 60 Cent war auch sehr lecker und trieb mich dann noch wo hin. In der Halle war zuerst wenig los. Das änderte sich schlagartig so gegen 9:00 Uhr.
Hamster von TriPower war mit ner Frauen-Staffel erschienen und war ziemlich verwundert mich zu sehen. Auch die Hennefer Fründe begrüßten mich herzlich. Sie hatten eine Männer-Staffel und Einzelläufer.
Das Verhältnis der Menge der Einzelläufer zu den Staffeln war sehr groß.
Ich war jedenfalls der einzige Einzelläufer vom LT Siebengebirge.
Mein Ziel war ca. 6er Schnitt. Bei 6 Stunden, so rechnete ich mir aus, würde ich 60 km auf den Konto haben. Ich glaubte nicht so recht dran und so war meine Mindestgrenze bei 51 km angesiedelt.
War ja mein erster Ultra und außerdem hatte ich gar nitt dafür trainiert. Ich siedelte mich bewusst hinten beim Start an und ließ es ganz langsam anlaufen. Trotzdem kam ich die ersten Runden auf einen 5:30 Schnitt.
Eine Stadionrunde war nicht angesagt, nein man lief direkt aus dem Stadion heraus über einen Vorplatz wo Selbstverpflegungstische standen, ... ein kurzes Stück Straße und dann über den Damm ca. 1 Km. Liebe Steckenposten sicherten uns ab und feuerten uns an. Dann wieder über abknickende Straßen durchs Wohngebiet zum Stadion wo man nur am Anfang den Wendepunkt mit der elektronischen Matte hatte, also ganze 2,5 km. Hier standen auch die wartenden Fans und Staffler und auch Hamster, sowie Herbie und Angelika (Fans), sie feuerten mich lautstark an. Alle 250 m ein Schild mit Kilometrierung.
Eine sehr gut organisierte Veranstaltung, fand ich und dies hörte ich auch von Anderen.
Susanne war mit Zug und Rad angekommen als ich so 8 Runden erlaufen hatte. Mein Magnesium Schüßler Salze hatte ich 2 Runden vorher genommen. Leider hat das gravierende Wirkung auf den Darm. Susanne begleite mich kurz mit dem Rad und machte sich dann laufklar. Sie vermisste mich plötzlich. Ich war 10 Min. in einem stillen Örtchen entschwunden. Sie kannte viele Ultras und hat derweil ne Bekannte begleitet und sich warm gemacht. Dann kam ich dran und sie gab mir Tips und Anweisungen, ganz der Coach den ich jetzt brauchte. Ich bettelte mir aber eine Kleinigkeit heraus, das ich wenigstens bei der Verpflegungsstelle vor dem Stadion gehen darf. Die ersten Runden bin ich durchgelaufen und die meisten Ultras gingen dort wie auch die Schnelleren. Susanne war gnädig, sonst aber gnadenlos, hihi. Bei der Verpflegung gab Susanne mir vor Salzstangen zu essen und ich tat's brav. Unterwegs lobte sie immer wieder meinen Laufstil und motivierte mich. Sie wußte das ich auch mal wieder allein laufen wollte. Zwischendurch hatte ich noch ne Panne mit dem MP3 -Player bei meiner roten Lola wo ich neue Batterien laden wollte. Das kostete mich ganze 8 Min. Susanne hatte mich wohl wieder vermisst und sie lief ne Runde mit wenn ich Ihr ein Zeichen gab.
Mit meinen Beinen war das so ne Sache, mal wollten sie, mal zickten sie und links hatte ich wieder das stechende Ziehen mit leichter Taubheit in Intervallstößen. Beim Berlin Marathon hatte ich es mir auch weggelaufen.
Eine Magnesium Tablette (Schüßler Salze) von Susanne half. Liev Fritz the Cat war als Fan aufgetaucht und schoss mich jedes mal ausgiebig mit seiner Spiegelreflex ab.
Der Stadionsprecher und die Musike war die Hälfte der Strecke zu hören und als er durchsagte nur noch 2 Stunden zu laufen empfand ich das als Hohn. Als er später 1 Stunde noch durch posaunte war ein Hoffnungsschimmer zu spüren. Die letzten 2 Runden und 800 m war Susanne an meiner Seite und passte gut auf mich auf, vor allen Dingen das ich den richtigen Radius wählte. Beim letzten Passieren der Startmatte stieß ich ein lautes „Geronimo“ aus, das den Stadionsprecher übertönte und vorher sah ich wieder Rolf vom LT Hennef, den ich zum 2 mal überrundete. Er blieb stehen, und ich lief weiter, weil Susanne es so wollte.
Liev Bernd mit Mountainbike war auch ständiger Begleiter seit 2 Runden. Die Minuten und dann Sekunden Durchsage von Stadionsprecher hörte ich auf den letzten 800 m und ich stoppte bei einer Bank und verschenkte 4 Sekunden bis zum Knall.
Susanne hatte ein Plastikcape mitgenommen und das hielt mich warm. Es dauerte schon lange bis die Vermessung uns erreichte. Ein Bulgarier der gut Deutsch sprach unterhielt uns eine Weile, er war die 4 Sekunden noch an mir vorbei gezischt, kam aber dann doch zu meiner Bank. Bernd half mir nach der Vermessung wieder hoch und er und Susanne kamen dann noch mit zur Siegerehrung nachdem ich mir endlich mal eine Massage gönnte. Die Siegerehrung war schön, aber ein Kaffee war mir erstmal wichtiger. Ich war also tatsächlich über 58 km an einen Stück in 6 Stunden gelaufen, das find ich gut. ;-)
Ein Rad passte nur noch in die rote Lola und das ist ja wohl selbstredend daß ich meinen Coach Susanne nach Hause bringe, Bernd fand allein nach Hause, der Arme, hihi.
Gut das ich 2 Tage Urlaub habe, meine Beine fühlen sich heute Montag schon wieder gut an, die Knie quietschen auch kaum mehr, das hätte ich jetzt nicht gedacht.
Ob ich jetzt weitere Ultras laufe, ??? Vielleicht später mal, irgendwann.
http://www.mutler.de/6h/index.htm
Bis bald derlievderKlaus derUltra!